Wenn sich das Ende der Schulzeit nähert, überlegen die Jugendlichen, welchen Beruf sie ergreifen wollen. Aber worauf lässt man sich ein, wenn man Lehrer, Handwerker oder Korrektor werden will?

Es gibt wahrscheinlich nicht viele Jugendliche, die darüber nachdenken, dass sie Korrektor werden können. Rechtschreibung wird in der Schule immer streng kontrolliert, für viele ist dies eher eine Schreckensvorstellung als ein Traumberuf. Doch wer sich mit der Orthografie leicht tut, der hat vielleicht gute Chancen in diesem Bereich Fuß zu fassen. Ein Korrektor wird für Pingeligkeit bezahlt. Er liest sich Texte durch, kurz bevor sie in den Druck gehen oder heute auch im Internet veröffentlicht werden. Jeder Rechtschreibfehler wird erfasst und korrigiert. Dabei geht es nicht nur um Buchstaben, sondern auch um Zeichensetzung und Grammatik. Während ein Lektor auch auf inhaltliche Zusammenhänge achtet und (hier ist der wichtigste Unterschied) dem Autor den Text nach der Durchsicht zurückgibt, damit der die Änderungen annimmt oder verwirft, darf der Korrektor ohne Zustimmung des Autors Verbesserungen vornehmen. Der Inhalt ist allerdings schon abgesegnet und darf nicht mehr angetastet werden.

Schwierig für den Korrektor werden Sätze, bei denen nicht einfach ein Komma gesetzt werden kann. Wenn eine fehlerhafte Formulierung geändert werden muss, kann es passieren, dass der Sinn des Satzes darunter leidet. Ist der Satz aber so kompliziert (dadurch entstehen die häufigsten Fehler), dass der Korrektor ihn nicht versteht, kann er die Fehler nur schwer beseitigen. Die Kunst des Korrigierens besteht darin, die Struktur eines Satzes zu erkennen und ihn verändern zu können, ohne den Inhalt dabei zu verändern. Grammatische Kenntnisse helfen dabei. Mit ihnen kann man Subjekte und Objekte sowie die jeweils dazu gehörenden Adjektive und Verben identifizieren, ohne den Inhalt zu kennen. So kann der Korrektor die Satzstruktur umstellen und verbessern. Meist ist der Inhalt dann auch besser verständlich. Um Korrektor zu werden, benötigt man entweder ein sprachwissenschaftliches Studium oder eine Ausbildung im Bereich Druck und nebenbei erworbene, perfekte Kenntnisse der Rechtschreibung und Grammatik. Auch mit guten Kenntnissen über das Fachgebiet der Texte kann man sich für den Beruf qualifizieren.